Die Binseneier
alles Handarbeit
Seit 1823 spricht man konkret von Eiern, die mit „Binsen und
Läppchen von verschiedener Farbe belegt“ sind und liefert damit die
Ersterwähnung der Eisenacher Binseneier, wie sie heute noch bekannt sind und
hergestellt werden.
Traditionelle Muster und Ornamente haben ihre spezielle
Bedeutung und können wie eine Glückwunschkarte gelesen werden.
Die Spiralen an beiden Eipolen, Symbole des ständig sich erneuernden Lebens,
lassen sich mit dem biegsamen Naturmaterial leicht aufkleben. Blumen und Blüten
sind Ausdruck der Freude, der Liebe und Güte, Schmuck der Jugend, Zeichen des
überwundenen Winters und der sich wieder belebenden Natur im Frühling.
Die Rosette – der Symbolbedeutung des Rades verwandt – strahlenförmig geordnet
oder spiralig gestaltet, kann sowohl kosmische Kraft und Ordnung, wie auch die
sich durch ständige Bewegung immer neu belebende Natur darstellen.
Punkte und Tropfen bedeuten das alles erhaltende Wasser des Lebens. Sonne und
Sterne symbolisieren das Leben, Wachstum und Glück und der Kreis – eine immer
wieder zu sich selbst zurückkehrende Linie ohne Anfang und Ende – ist Symbol
des Alls, der Unendlichkeit, der Ewigkeit.
Die Wellenborte veranschaulicht das Auf und Ab im Lebensrhythmus. Diese
„Zackenlitzen“ fehlen auf keinem Binsenei. Sie eignen sich besonders zum
Verdecken der „Nahtstellen“, die durch das Aufkleben kleingemusterter oder
einfarbiger Stoffteilchen entstehen. Der Stoffzuschnitt gibt das spätere Muster
vor. Die verschiedensten Teilchen aus schräggeschnittenen Baumwollstöffchen
bedecken fast immer die gesamte Fläche des ausgeblasenen Hühner- oder Gänseei
und bilden die „Grundierung“ für die Binsenmarkapplikation.





