Die Stiegker Originale
damals wie heute unverkennbar
Die Originale des Sommergewinns
Sie sprechen „Stiegker“ Mundart und gehören mit ihrem Witz und ihrem volkstümlichen Humor
zum Sommergewinn und zur Stadt Eisenach. Jedes Original gibt es nur einmal, da es durch
seinen Darsteller einzigartig verkörpert wird. Die Originale nehmen gern die Unzulänglichkeiten
in Eisenach sowohl im Festzug, als auch zu den Sommergewinnsvorabenden (Kommersch) mit spitzer Zunge aufs Korn.
Henner und Frieder
Seit 1885 erzählte man sich Henner-und-Frieder-Witze, ohne das es eine Vorstellung von ihrem Aussehen gab.
Erst im Jahre 1928 gab der Eisenacher Kunstmaler Paul Hempe (1886 – 1973) beiden Figuren ihre Gestalt.
Dr. Felix Kühner, der den Unterhaltungsteil der Wochenendausgabe seiner Zeitung, der Eisenacher Tagespost,
bereichern wollte, gab an einem Augustabend des Jahres 1928 Paul Hempe den Auftrag, einige lustige Zeichnungen
und die dazugehörigen Texte zu liefern. Wochen vergingen, indenen Paul Hempe am Reißbrett saß und Männchen malte.
Zwei Namen kamen ihm dabei immer wieder in den Sinn: Henner und Frieder.
Als echte „Stiegker“, so werden die Bewohner des Ehrensteig genannt, konnten sie nur Stiegker Dialekt sprechen.
Henner wird kurz gesprochen, also muss alles an ihm kurz, dick und rund sein: Bibi, Kopf, Augen, Nase,
Bauch und Schuhe. Frieder wird gedehnt und lang gesprochen,
also muss das Mützenschild, Nase, Kinn, Arme, Beine und Schuhe lang sein.
Und so erschienen 1928 erstmals Zeichnungen und witzige Texte von
Henner und Frieder samstags in der „Eisenacher Tagespost“.
Oberlehrer Fritz Reinhardt war es, der die beiden in seinem Volksstück „Miele“ als Hauptfiguren auftreten lassen wollte.
Und so kam es, dass am 8. März 1931 Henner und Frieder verkörpert von Albert Fehr (Henner) und
Kurt Hesse (Frieder) auf der Bühne standen. 1974 verabschiedeten sich Henner und Frieder aus Altersgründen von ihrem Publikum.
Mäxer und Tante Frieda
Mäxer (Günther Max Burkhardt) trat bereits 1964 in die Fußstapfen von Henner und Frieder. Frieder (Kurt Hesse) entdeckte sein komisches Talent und so durfte Günther Max Burkhardt in der Stiegker Laienspielgruppe als Liebhaber gemeinsam mit Henner und Frieder auftreten. Als es abzusehen war, dass Henner und Frieder aus Altersgründen ausscheiden würden, kam Herbert Rimbach 1963 auf den Gedanken, Günther Max Burkhardt als Mäxer mit Darbietungen in Stiegker Mundart auftreten zu lassen. Kurt Hesse (Frieder) entwarf im wesentlichen das Aussehen von Mäxer.
Ab 1971 kam als neues Original Tante Frieda (Christiane Tomaske) hinzu und 1974 trat Mäxers Sohn Mike erstmals mit seinem Vater auf.
Neben den Auftritten zu den Vorabenden (Kommerschen) war Mäxer auch seit 1965 im Festzug zu sehen. Bis zu Mäxers Ausscheiden 1989 waren er und Tante Frieda gemeinsam im Festzug und bei den Sommergewinnsvorabenden zu erleben.
Tante Frieda und Minchen
1989 sah sich Tante Frieda plötzlich allein gelassen. Sie suchte und fand schließlich eine neue Partnerin, das Minchen (Elfriede Walter). Tante Frieda und Minchen sind noch heute die Originale des Sommergewinns.
Schorsch und Hermine
Im Jahr 2002 wurde Tante Frieda von „Geburtswehen“ geplagt und sie schenkte zwei „Kindern“ das Leben, welche die Tradition der Originale des Sommergewinns fortsetzen. So entstanden Schorsch (Torsten Daut) und Hermine (Heike Apel). Diese beiden sind seit 2002 gemeinsam mit Tante Frieda und Minchen zum Kommersch und zum Festzug zu erleben.






