Feuerradrollen
altes Brauchtum neu belebt
Das Feuerradrollen
Eine alte Tradition des Eisenacher Sommergewinns wurde am Sonntag Lätare, den 14. März 2010 wieder belebt.
Ein brennendes Rad wurde hinab ins Tal geroll, so wie es schon vor Jahrhunderten Brauch zum Sommergewinn war.
Bereits 1709 berichtete der Eisenacher Lehrer Johann Michael Koch in einer handschriftlichen Chronik,
von einem „ärgerlichen Brauch „ um das Jahr 1650.
Junge Burschen und Mägde sollen beim „Sommergewinnen“ vom Metilstein ein Rad getrieben haben mit einem….“
angebundenen strohernen Mann, den sie den Tod genennet, denselben angezündet und mit dem Rad den Berg hinunter
haben laufen lassen.“ Man sprach von „Viel Üppigkeit“ bei diesem Vorgang und schaffte „solchen Unfug“ wieder ab.
Mit diesem Brauch brachte man die „rollende Sonne“ hinab ins Tal. Sie sollte Licht und Wärme nach dem langen Winter
zurück in die Häuser bringen. Der an das Rad gebundene Strohmann, der den Winter verkörperte, wurde somit verbrannt
und die wärmere Jahreszeit konnte wieder Einzug halten. Da es sich bei diesem Brauchtum um einen germanischen Kult
handeln könnte, lag es natürlich nahe, dass die Germanen des Sommergewinns diesem fast vergessenen Brauch
wieder Leben einhauchen.
Seitdem findet am Sonntag Lätare, einen Tag nach dem Festumzug zum Sommergewinn,
dieses Brauchtum wieder regelmäßig in den frühen Abendstunden statt.






