Kommersch

Der Sommergewinn beginnt mit Musik, Tanz und Stiegker Humor. „On wär kenn Senn het dafor, kemmt hitt nech nues vors Jörntor“.

Mit den beiden Vorabenden, den sogenannten Kommerschen, wird
der Sommergewinn bereits eine Woche vor dem eigentlichen Fest eingeläutet.

Das Wort Kommersch leitet sich von Kommers, einen studentischen Feierlichkeit ab.

Die Idee einer festen Veranstaltung existierte bereits 1912,
damals wurde diese als humoristische Ratsversammlung durchgeführt.

Im Jahr 1926 begann man sie weiterzuentwickeln und zum festen Bestandteil des
Sommergewinns werden zu lassen. So gab es Festbälle im Gasthaus „Zum goldenen
Stern“ sowie im Gashaus „Zum goldenen Engel“ (Stiegker Volkshaus).

Im Jahr 1928  wurde  das Festspiel „Frühlings Streit mit dem Winter“ von Auguste Möder,
im großen  Saal des „Stern“ aufgeführt.

Der Festkommers wurde erstmals 1928 in Zeitungen
nachgewiesen,  es gibt jedoch mündliche
Überlieferungen, wonach bereits 1924 von Sommergewinn-Kommersen erzählt wurde.
Gestaltet wurden diese Veranstaltungen vom Eisenacher Gesangsverein unter der
Leitung von Ede Zahn.

Einen Höhepunkt bildete am 8. März 1931 das von Fritz Reinhardt
geschriebene Heimatfestspiel „Miele“, welches im „Goldenen Stern“ zur
Uraufführung kam.

Zum Kommers des Jahres 1932 wurden Filmaufnahmen der Jahre
1929 und 1931 gezeigt, die zahlreiche Gäste anlockten.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich der Inhalt der Vorabende
zu einem bunten Programm aus Musik und Tanz. Bis 1989 fanden die
Kommerschabende im Hotel Stadt Eisenach (Hotel Fürstenhof) statt. Im Jahr 1991 wechselte
man aufgrund der Schließung des Hotels in ein Festzelt auf dem Festplatz
Spicke.

Seit 2002 finden die Kommersche wieder in einem festen Haus,
der Werner-Aßmann-Halle statt. Geboten wird heute ein buntes und
abwechslungsreiches Programm aus Musik, Tanz und Stiegker Humor. Im Anschluss
wird zum Tanz eingeladen. Mit einer Kapazität von bis zu 1.200 Gästen pro Veranstaltung,
bietet die Werner-Aßmann-Halle ausreichend Platz, um allen Interessierten einen
erlebnisreichen Abend in Einstimmung auf den Eisenacher Sommergewinn zu bieten.

 

(Quelle teilw.: Hundert Jahre Sommergewinnsumzug 1897 –
1997, Herausgeber Stadt Eisenach/Stadtarchiv und Sommergewinnszunft, 1. Auflage
1997, ISBN 3-931431-07-X)